Musik vor 1600 - Start
Musik vor 1600 –
Gemeinsames Forschungskolloquium
der Institute für Musikwissenschaft Weimar-Jena und Mainz


Wenn allgemein zutrifft, dass je länger und intensiver wir uns mit zeitlich oder räumlich fernen Kulturen auseinandersetzen, uns diese umso ferner und fremder erscheinen, dann gilt dies nicht zuletzt für die europäischen Musikkulturen zwischen 800 und 1600. Gerade deshalb aber, weil wir durch die Wahrnehmung dieser Andersartigkeit viel über uns selbst erfahren, erscheint die Beschäftigung mit der Musikgeschichte des genannten Zeitraums lohnend und faszinierend.

Denn vieles von dem, was uns in der Auseinandersetzung mit Musik weithin als selbstverständlich erscheint – dies aber keineswegs ist –, wurde zuallererst seit dem 9. Jahrhundert experimentell erprobt: musikalische Schrift etwa, deren Möglichkeiten und Grenzen differenziert bedacht wurden, innerhalb einer lange Zeit überwiegend mündlichen Musikpraxis; eine praxisbezogene Musiklehre, die die Ausübung und das Komponieren von Musik sowie deren theoretische Reflexion in ein spannendes – keineswegs immer einfaches – Verhältnis zueinander setzte; und die kreative Beschäftigung mit Formen mehrstimmiger Musik, die den vielbeschworenen musikgeschichtlichen ›Sonderweg‹ Europas auf lange Sicht mit begründet hat und doch zunächst ein vergleichsweise isoliertes Phänomen blieb.

Das Forschungskolloquium möchte sich aktuellen Fragestellungen aus diesem Bereich in Vorträgen und Diskussionen nähern und auf diese Weise dem ›Anderen‹ der europäischen Musikgeschichte ein Forum bieten.

Zu Wort kommen neben NachwuchswissenschaftlerInnen auch Gastvortragende und eigens eingeladene, international renommierte Respondenten; es werden neue Forschungsvorhaben vorgestellt, aktuelle Fachdiskurse thematisiert und Rahmen für internationale Begegnungen geschaffen. Interessierte aller Fachdisziplinen sind herzlich willkommen, an diesem neuen Forum für Musik vor 1600 aktiv und passiv teilzunehmen.

Die Teilnahme ist kostenlos.

Eine Anmeldung ist über das Online-Formular möglich.